Als ich gesehen hatte, dass Kerstin Hoffman die Blogparade Diesseits der Trampelpfade – ungewöhnliche Werbe- und PR-Aktionen startet, hat mich das sehr gefreut und es stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich mich gerne mit einem Beitrag beteiligen möchte.
Wie viele Freiberufler bin ich als Künstler eine One Man Show, die alles leisten muss. Produktion, Präsentation, Werbung und Vermarktung gehören dazu. Da ich diese Tätigkeiten im Nebenberuf ausübe, bleibt mir in der Regel nur wenig Zeit dafür. Weiterhin bin ich in den Bereichen Präsentation, Werbung und Vermarktung kein Experte und kann mir aufgrund kleiner Budgets niemanden leisten, der diese Aufgaben für mich übernimmt. Ich versuche also mit ungewöhnlichen Aktionen auf mich aufmerksam zu machen. (weiterlesen …)
Vor ein paar Wochen, zur Neugestaltung meiner Website, dachte ich über neue Visitenkarten nach. Ich hatte ein paar Karten mit Hirsch und Mops Motiven gestaltet und auf dem Farbdrucker ausgedruckt. Mein Kind hat mir dann oft und gerne ein paar Karten zum Spielen abgeschwatzt und sie in seinem Zimmer verteilt. Teils als Schmuck oder auch als Währung für seinen Kaufladen. Er fragte mich dann auch, ob er der Leiterin seines Kindergartens eine der Karten mitbringen darf. Ich dachte an nichts Böses und hatte ihm natürlich „ja“ gesagt.
Heute morgen – Wochen später – nachdem ich meinen Sohn abgegeben hatte, sprach mich die Leiterin an, dass sie eine schöne Mops-Visitenkarte von ihm erhalten hätte. Er verschenkte die Karte mit dem Satz: „Der Papa hat gesagt, ich soll die dir geben.“ Eines hat mein Kind damit erreicht, ich bin mittlerweile bei den Erziehern als Maler bekannt und die Kindergartenleiterin wird um die Visitenkarte beneidet. Besser geht es doch gar nicht.
Am Samstag hatte ich eine nette Begegnung in Frankfurt. Meine Frau und ich hatten schon öfter vor dem MADE IN HAPPY GERMANY Laden in der Braubachstraße 15 Halt gemacht und uns die Produkte durchs Schaufenster angesehen. Es war meistens spät am Wochende und der Laden war geschlossen. Vergangenen Samstagmittag war er dann geöffnet und wir betraten den Laden und wurden von Jan Philip Johl mit Glücksblumen empfangen. Es kam ein Gespräch zustande, wir nahmen Platz und plauderten bestimmt eine Dreiviertelstunde über das Netzwerken und den Gedanken hinter MADE IN HAPPY GERMANY.
Die Idee ist deutsche Produkte, die Spass machen, mit Spass an den Mann zu bringen und ein Netzwerk aufzubauen. In dieses Nestwerk, wie es bei MADE IN HAPPY GERMANY heißt, bringt jeder seine Fähigkeiten ein, von denen die anderen partizipieren können. Wie ich finde eine prima Idee und durchaus attraktiv als Möglichkeit der Selbstvermarktung. Aktuell finden sich im Laden verschiedenste Produkte, aber auch eine Menge Dienstleistungen werden von den Nestwerkern angeboten.
Mehr Informationen unter MADE IN HAPPY GERMANY. Und hier noch ein gelungenes Video von Jan alias Janni Blond.
Es gibt im Web und der einschlägigen Presse eine Menge Diskussionen über den Verstoß gegen das Urheberrecht und die Verbreitung von Website-Inhalten druch Google. Die Zeitschrift Atelier berichtet regelmäßig darüber und setzt sich ehrenvoll für das Urheberrecht von Künstlern ein, deren Inhalte, ohne dass der Künstler etwas davon hat, im Internet für jedermann preisgegeben werden.
Eigentlich müsste ich froh sein über diesen Einsatz, denn auch ich hätte die Möglichkeit über die VG Bild Kunst meine Rechte geltend zu machen und an der Verbreitung finanziell zu partizipieren. Jetzt ergibt sich die Situation, dass ich im Hauptberuf im Wesentlichen mit dem Internet zu tun habe und mich mit den Erfolgsstories einiger Anbieter im World Wide Web auseinandergesetzt habe. Dienste wie Google die als Verteiler (sog. Hubs) fungieren, sind für jeden Künstler ideale Netzwerkknoten, um billig Werbung zu lancieren und auf sich aufmerksam zu machen. Gerade die Google Bildersuche bietet mir eine großartige Plattform meine Bilder einem großen Publikum zugänglich zu machen und mit einem Backlink auf meiner Website zu landen. 35% meiner Besucher kamen im ersten Halbjahr 2009 über verweisende Websites auf meine. Davon kam gut die Hälfte über die Google Bildersuche zu mir und ich musste dafür keinen Cent ausgeben. Selbst das Schalten von Adwords bringt mir weniger Besucher, als die Verweise von der Bildersuche.
Auch ich vertrat vor kurzem noch die Meinung, dass ich für meine Ideen, im Sinne des Urheberrechtes, entlohnt sein müsste. Ich habe viel nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass die Verbreitung der Inhalte dieser Website meine einzige Chance für Werbung ist. Da mein Budget für Werbung sehr begrenzt ist, kann ich nur diesen Weg gehen. Weiterhin bietet mir das Internet die Chance, dies in Communities und Netzwerken zu tun, einzige Voraussetzung ich muss netzwerken. Ein großer Vorteil davon ist, dass Informationen im WWW zur Verfügung stehen, die sich der Interessent für diese Informationen ohne Probleme und Barrieren ansehen kann. Eine Werbekampagne in Zeitschriften oder mit Flyern würde Unsummen verschlingen und nur einen sehr geringen Prozentsatz meiner “Zielgruppe” erreichen. Da selbst große Unternehmen zunehmend Probleme mit der Zielgruppendefinition bekommen, um so besser. Ich muss dieses Zielgruppenroulette nicht mitspielen.
Aus all diesen Gründen habe ich mich für das Creative Commons Lizenzmodell entschieden, das mir sogar die Möglichkeit gewisser Einschränkungen bietet. Quasi kundengerecht. Ich will damit gewährleisten, dass sich meine Botschaft durch Menschen mit gleichen Interessen und Geschmack verbreiten kann, ohne sie durch meine Urheberrechte zu begrenzen. Hier geht es schließlich bloß um ein paar Digitalbilder und Texte, deren Verbreitung mir eine Menge Geld für Werbung spart.
Bei all denen, die ich in der Vergangenheit durch Verweigerung der Nutzung gegängelt habe, möchte ich mich entschuldigen. Die Lizenzbedingungen für diese Website findet man im Impressum.